1929 – Wiedergründung 1951

Nixen 1929 – Wiedergründung 1951

1929 wurde der Meisterschaftsreigen in Breslau eröffnet. Brust- und Lagenstaffeln wurden klar gewonnen. Diese Staffelsiege sowie von 1933 an die Siege in den 100 m und 400 m Kraulmeisterschaften wiederholten sich in fast regelmäßiger Reihenfolge. Gisela Arendt und Ruth Hoffmann-Halbsguth wurden 1933 über 100 m und 400 m Kraul erstmalig Deutsche Meisterinnen und wiederholten diese Erfolge ununterbrochen bis 1938 bzw. 1939. Insgesamt gelang es den Aktiven 56 Deutsche Meisterschaften 1 Europameisterschaft im Kunstspringen sowie 2 Akademische Weltmeisterschaften zu gewinnen. Während der „Goldenen Jahre der Nixen stellten sie Rekorde über Rekorde auf und sammelten Meisterschaften wie andere Mädchen ihres Alters Abziehbilder mit Herzchen und Vergissmeinnicht.

Die Krönung all dieser sportlichen Erfolge bildete die Teilnahme von 4 Nixen an den Olympischen Spielen 1936 hier in Berlin. Ruth Halbsguth und Gisela Arendt gewannen bei den Olympischen Spielen als Start- bzw. Schlussschwimmerinnen der 4 x 100 m Freistilstaffel die Silbermedaille. Gisela Arendt gewann im Endlauf über 100 m Freistil die Bronzemedaille in der neuen Deutschen Rekordzeit von 1:06,6. Nebenbei: Dieser Rekord ist erst 20 Jahre später durch die Heidelbergerin Ursel Brunner verbessert worden; als Vereinsrekord wurde er erst 23 Jahre später durch Marlies Eister verbessert.

Die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften, bestehend aus 5 Staffeln und erstmals ausgetragen 1931, wurden von Beginn an bis 1940 in ununterbrochener Reihenfolge zehnmal hintereinander mit stetig verbesserten Gesamtzeiten in den einzelnen Staffeln von den Nixen gewonnen.

Alle diese vorgenannten Erfolge verdanken die Nixen ihrer damaligen sportlichen Leiterin Toni Otten, die am 21.5.1983 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, und ihrem Ehemann, unserem langjährigen Trainer Hans Pausin, genannt „Schanti. Mit großer Begeisterung und nie ermüdendem Einsatz war er bei jedem Training und jeglichem Wetter im Einsatz. Mit seiner Ruhe ließ er selbst die aufgeregteste Nixe ihr Startfieber vergessen. Sein selbstloses Beispiel pflanzte den Idealismus und die Liebe zum Schwimmsport in die Herzen der jungen Nixen. Er verstand es, aus den Schwimmerinnen eine Mannschaft zu formen. Mit sicherem Blick fand er in der Masse der Schwimmerinnen jedes Talent und verstand es, Begeisterung für den Wettkampfsport zu wecken. Durch sein Engagement war er für alle Nixen ein Vorbild. Mit Geschick und Tatkraft sorgte daneben unsere heutige Ehrenvorsitzende Ute Pausin in der Zeit von 1939 bis 1943 als Vorsitzende für das Ansehen des Vereines.

Mit dem Beginn des zweiten Weltkrieges und den Bombenangriffen wurde der Trainingsbetrieb nahezu eingestellt. Ein provisorischer Trainingsbetrieb wurde während der Wintermonate mit den 87er durchgeführt, doch ist aus diesen Tagen außer dem anschließenden Beisammensein in der Aschinger Bierquelle am Richard-Wagner-Platz und im Opernhaus-Restaurant nichts mehr in Erinnerung geblieben. Der Krieg forderte bald aller Hände Einsatz und damit endete 1942/43 auch das Vereinsleben.

Als die Menschen nach 5 ½ Jahren Krieg wieder aufatmen und ungestört schlafen konnten, war an die Aufnahme des Trainingsbetriebes noch lange nicht zu denken. Die Alliierten hatten das Versammlungsverbot erlassen. Der Sport wurde kommunal verwaltet und geregelt. Als sich 1948 die Trennung zwischen den Westsektoren und dem Ostsektor vollzog, begann die Reaktivierung der Berliner Sportvereine. Im Sommer 1951 fand sich aufgrund eines Berichtes im „Abend eine ehemalige Nixe bereit, die Wiedergründung des Vereines zu veranlassen. Ihrem ersten Aufruf im „Abend folgten sieben ehemalige Mitglieder.

In einer außerordentlichen Versammlung am 15. November 1951 im Cafe Kurfürstendamm, bei der immerhin 30 ehemalige Nixen anwesend waren, wurde die Wiedergründung beschlossen und ein aktionsfähiger Vorstand gewählt.
Als das Bezirksamt Charlottenburg dem Verein nach kurzer Zeit wieder einen Trainingsabend in der Schwimmhalle Krumme Straße bewilligte, war die Lebensfähigkeit des Vereines gesichert. Wie schon einmal in der Vereinsgeschichte konnten ehemalige Aktive nicht zu einem Neubeginn motiviert werden. Wie in den zwanziger Jahren begann der Neuaufbau also wieder mit der Jugendarbeit und der Nachwuchsförderung. 1953 hatte der Verein bereits wieder ca. 300 Mitglieder; die Beteiligung an Wettkämpfen blieb in den ersten Jahren jedoch gering.